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WISSENSCHAFTLICHE BERICHTE, FELDSTUDIEN, SEMINARE, THERAPIEBERICHTE, ÜBER... SAUERSTOFF UND WASSER UND SAUERSTOFFWASSER |
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Die INTERNATIONAL MEDICAL ACADEMY (IMA)
hat sich in letzter Zeit intensiv um objektive Informationen über "Sauerstoffwasser" bemüht. Seit etwa 1988 wird es in Deutschland hergestellt.
GLIEDERUNG: Sauerstoffangereichertes Wasser
1. Definition
2. Physik
3. Resorption
4. PO2 - Anstieg im venösen Blut
5. Erhöhung der antioxidativen Kapazität
6. Sauerstoffradikale
7. Mehr Leistung, weniger Aufwand
8. Herzfrequenz, Laktat
9. Leistungssteigerung höhere Sauerstoffsättigung
10. Granulozytenanstieg
11. Entschlackung
12. Tinnitus
13. Gewichtsabnahme, Anregung
14. Studie bei Krebspatienten
15. Zusammenfassende Kommentierung
Erste Hinweise auf den medizinischen Gebrauch von Getränken, die mit Sauerstoff angereichert waren, gibt es aber seit 1972 aus Russland.
Definition
Bei Sauerstoffwasser handelt es sich um Trinkwasser, das durch Zugabe von Sauerstoff unter Druck mit diesem Gas angereichert wurde. Setzt man Wasser Sauerstoff zu, so wird es haltbarer (oxidierende Wirkung von Sauerstoff auf Mikroben).
Physik
Das Gas O2 löst sich nur sehr schlecht in Wasser, lässt sich aber in jedem natürlichen Wasser nachweisen. Es gilt der Grundsatz, je kälter das Wasser und je mehr Kontakt zur Luft, desto mehr Sauerstoff ist physikalisch gelöst. Während destilliertes Wasser nur noch Spuren von O2 enthält, sind in einem bewegten Oberflächenwasser 1 - 15 ml Sauerstoff pro Liter nachweisbar. Leitungswasser enthält cirka 4 ml O2/Liter.
Sauerstoffwasser gibt es in Handelsketten und Getränkemärkten flaschenweise zu kaufen. Einige Hersteller vertreiben Automaten oder Geräte, die Leitungswasser mit O2 anreichern können.
Auf diese Weise oder in Abfüllanlagen werden dann dem verwendeten Wasser zwischen 25 bis 120 ml O2/Liter zugesetzt. Höhere Sauerstoffzugaben (z.B. 240 ml) sind für experimentelle Versuche hergestellt worden. Nach dem Öffnen einer solchen Flasche und dem Eingießen in ein Trinkgefäß entweicht Sauerstoff jedoch sehr rasch. Wurden beispielsweise 120 ml O2 pro Liter Wasser zugesetzt, so reduziert sich diese Menge nach dem Öffnen und Ausgießen in ein Glas auf 40 -50 ml O2 pro Liter Wasser, also dem 12 - 12fachen O2 -Gehalt von Leitungswasser. Diese Menge an physikalisch gelöstem O2 bleibt dann aber in einem offenem Behältnis bei Zimmertemperatur einige Stunden erhalten. Setzt man Sauerstoff "Kohlensäure" (CO2) als Konservierungsmittel zu, reduziert sich der O2 -Gehalt jedoch drastisch auf max. 18 ml O2 /Liter.
Resorption
Grundsätzlich wird Sauerstoff von Schleimhautzellen im Magen/Darmtrakt resorbiert. Für Wasser gilt natürlich dasselbe. Der darin gelöste Sauerstoff wird mittels Diffusion ebenfalls in den Blutkreislauf aufgenommen.
In der Minute werden im Körper unter Ruhebedingungen ca. 250 ml O2 verbraucht. Quantitativ ist der über den Körper aufgenommene Sauerstoff im Verhältnis zum eingeatmeten Sauerstoff zu vernachlässigen. Erwähnenswert ist aber, dass nur ein sehr kleiner Anteil das Sauerstoffes, der im Körper "gespeichert" ist, zeitgleich im Plasma in physikalische Lösung geht. Bei einem angenommenen Blutvolumen von 5,5 Litern mit einem Hämatokrit von 40% wären nur knapp 10 ml O2 im Plasma gelöst (Bunse`scher Lösungskoeffizient). Resorbiertes Wasser kommt volumenmäßig zu 98% dem venösen, also sauerstoffarmen, Blut zu Gute.
Eine Recherche in der Literatur, im Internet und telefonisch bei verschiedenen deutschen und österreichischen universitären Einrichtungen erbrachte folgende Datenlage:
Datenlage
PO2 -Anstieg im venösen Blut
Nach einer Veröffentlichung von Prof. Pakdaman war es nach dem Trinken von 0,33l Sauerstoffwasser zu einer Steigerung des pO2 im venösen Blut gekommen: nach 5 min von 19,5mmHg auf 33, nach 20 min auf immer noch 29,2mmHg. Die Messungen waren im Februar 1992 in der anästhesiologischen Abteilung der Uniklinik Mainz an einem Probanden vorgenommen worden.
Erhöhung der antioxidativen Kapazität
Gleiches berichtet Prof. Michael Schoenberg aus München (Rotkreuzkrankenhaus bzw. Ludwig-Maximilian-Universität). Nach einer randomisierten Doppelblindstudie spricht Herr Schoenberg in einem Vortrag (4/2002, Hotel Forum, München) von einer Erhöhung des Sauerstoffpartialdruckes im venösen Blut, nach dem Probanden Sauerstoffwasser getrunken hatten. In diesem Vortrag, der im Internet nachgehört werden kann, berichtet Herr Schoenberg von insgesamt 4 von ihm durchgeführten wissenschaftlichen Studien mit Sauerstoffwasser. Weitere Messungen ergaben durch den Genuss von Sauerstoffwasser eine zunächst leichte Zunahme der Sauerstoff-Radikalbildung. Daraufhin kam es, im Vergleich zu Placebo, zu einer signifikanten Steigerung der "Antioxidativen Kapazität". Genaue Zahlen können zum Zeitpunkt des Druckes dieser Zusammenfassung nicht genant werden, die Studien waren bis Ende 2001 noch nicht veröffentlicht.
Sauerstoffradikale
Die Untersuchungen von M. Schoenberg finden durch den Wiener Physiologen Prof. Dr. Wolfgang Marktl Bestätigung. Der IMA liegt eine von Prof. Marktl verfasste Zusammenstellung von insgesamt 6 Studien vor. Diese Studien wurden von Prof. Marktl selbst durchgeführt. Nach seinen Angaben hatten 4 davon einen "orientierenden Charakter", zwei entsprechen seinen Angaben zu Folge "strengen wissenschaftlichen Kriterien". Bei insgesamt 38 Probanden (ohne Placebokontrolle) kam es nach einem 3-wöchigem Trinkversuch (1 Liter O2 -Wasser täglich) mit sauerstoffangereichertem Wasser zu einer signifikanten Steigerung der antioxidativen Kapazität (gemessen: antioxidativer Statuts, Aktivität der Superoxiddismutase und Glutathionperoxidas, Peroxidkonzentration), die Peroxide11 nahmen signifikant ab.
Mehr Leistung, weniger Aufwand
In einer Vergleichsstudie zwischen Sauerstoffwasser und Leitungswasser (nicht verblindet) zur Leistungsfähigkeit führten 23 Studienteilnehmer eine Spiroergometrie durch. Die wesentlichen Ergebnisse dieser Pilotstudie waren: die Herzfrequenz war im Vergleich zur Kontrollergometrie bei einem Laktatspiegel von 6mmol/l signifikant niedriger, die relative Wattleitung nahm bei einem Laktatspiegel von 3mmol/l im Vergleich zur Kontrolle bei gleichem Laktat zu. Nach Trinken von sauerstoffangereichertem Wasser war die Herzfrequenz bei erzielter Höchstleistung signifikant niedriger als bei der Kontrollergometrie, auch war die Summe der Herzschläge während der Erholungsphase in der Sauerstoffwasser-Gruppe niedriger.
Herzfrequenz, Laktat
In einer weiteren, allerdings nun wissenschaftlich durchgeführten Studie (20 Probanden), konnte Herr Marktl im Höchstleistungsbereich eine Senkung der Herzfrequenz, der CO2 -Abgabe und der Blutlaktatkonzentration messen (signifikant gegen Placebo). Nach Angaben von Herrn Marktl sind diese Veränderungen nicht auf psychische Faktoren zurückzuführen, da auch eine psychologische Exploration durchgeführt worden war. Untersuchungen auf den Einfluss von Stoffwechselparametern, wie Cholesterin oder Cortisol, ergaben keine Wirkung von CO2-Wasser. Nach Erkenntnissen von Prof. Marktl kann Sauerstoffwasser nur dann wirken, wenn dieses regelmäßig über wenigstens 3 Wochen getrunken wird ( 1 Liter pro Tag). So erklärt sich, warum eine weitere kontrollierte Studie mit einmaligem Trinkversuch im Leistungsbereich ohne Wirkung blieb.
Leistungssteigerung
Im Internet konnten zwei weitere randomisierte Doppelblindstudien zu Sauerstoffwasser im Leistungsbereich gefunden werden. Bereits 1997 kam es bei Langstreckenläufern zu einer deutlichen Verbesserung der 5000m-Zeiten: 83% der persönlichen Bestzeiten waren unter O2 -Wasser erzielt worden, die Streckenzeit war durchschnittlich 15 bis 31 Sekunden schneller bewältigt worden (p=0,01). Je besser der Trainingszustand (Sauerstoffaufnahme > 54ml/kg/min) war, desto mehr profitierten die Teilnehmer von Sauerstoffwasser. Teilgenommen hatten 20 männliche und 5 weibliche Sportler.
Höhere Sauerstoffsättigung
Bei einer ebenfalls wissenschaftlichen Studie aus dem Jahre 2001 in den USA wurden jeweils 10 weibliche und männliche Leistungstest (Fahrradergometer) nach Trinken von Sauerstoffwasser oder destilliertem Wasser unterzogen: Nach Belastungsende war die arterielle Sauerstoffsättigung in der Verumgruppe signifikant höher als unter Placebo: 91 zu 87%. Bei den besser Trainierten (Sauerstoffaufnahme > 47ml/kg/min) war der Unterschied noch größer: 94 zu 87%. Der Erschöpfungszustand trat in der Placebogruppe nach durchschnittlich 17,6 Minuten ein, in der Verumgruppe erst nach 18,1 Minuten. Es soll noch vermerkt werden, dass diese Studie nicht nur randomisiert und doppelt verblindet war, sondern auch "crossover" durchgeführt wurde.
Granulozytenanstieg
Es liegt der IMA eine randomisierte Doppelblindstudie aus dem Jahre 2001 einer deutschen universitären Einrichtung vor, deren Autor derzeit noch nicht genannt werden darf. 56 Versuchsteilnehmer tranken entweder Leitungswasser oder 200, 400 oder 800ml Sauerstoffwasser. Es kam zu einem signifikanten Anstieg der Granulozyten im Blut. Die Zunahme betrug 3,5% bei 200ml Trinkmenge und bis zu 30% unter größerer Trinkmenge an Sauerstoffwasser. Dieser Effekt konnte nicht unter Placebo beobachtet werden und trat auch nach dem Ausspülen des Mundes mit Sauerstoffwasser auf. Eine Erklärung hat der habilitierte Autor hierfür nicht. Wie diese Leukozytenzunahme nun zu werten ist, bleibt offen.
Entschlackung
In einem Ernährungsinstitut für Sportler in Köln ("Plus One") trinken seit Herbst 2001 einige Spitzensportler in einem Versuch regelmäßig mit Sauerstoff angereichertes Wasser. Zwar liegen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine objektiven Daten vor. Aber nach Beobachtungen von Clive Salz, dem Leiter des Institutes, war es bei allen Versuchsteilnehmern, inklusive ihm selbst, zu einer eindeutigen vermehrten "Entschlackungsleistung" über Harn und Stuhl gekommen. Erkennbar an Farbe und Geruch der Ausscheidungen im Vergleich zu "jedem anderem Getränk". Weitere Untersuchungen, sowohl labortechnisch als auch bei einem Leistungstest, sollen demnächst durchgeführt werden.
Tinnitus
1997 wurde eine ambulante Doppelblindstudie mit Sauerstoffwasser bei Tinnitus-Patienten durchgeführt. 14 Patienten erhielten Verum, 7 normales Leitungswasser. 60% der Verum-Gruppe erfuhren eine Besserung der Ohrgeräusche, keine Linderung gab es in der Placebo-Gruppe. Studienleiter Dr. med. Martiny, Bad Salzschlirf. Die Teilnehmer stammten aus der Tinnitus-Selbsthilfegruppe aus Fulda.
Gewichtsabnahme, Anregung Verdauungstrakt
Die in der Einleitung erwähnte Studie aus Russland berichtete von 90 Probanden, die sich einer Reduktionsdiät unterzogen. 67 erhielten zusätzlich einen "Sauerstoffcocktail". Nach 4 Wochen war bei der Interventionsgruppe eine Gewichtsabnahme von 10 kg zu verzeichnen, in der Kontrollgruppe betrug diese nur 6 kg.
In diesem Zusammenhang soll eine Studie aus England erwähnt werden. S. Gelman berichtet über einen Tierversuch (38 Katzen), bei dem während Narkose Sauerstoff enteral verabreicht wurde. Ergebnisse: "Enteraler Sauerstoff erhöht Sauerstoff- und Blutversorgung im Verdauungstrakt. Die elektrische Aktivität in Magen und Darm nimmt während (enteraler) Sauerstoffzugabe zu".
Studie bei Krebspatienten
Zum Schluss dieser Studienzusammenstellung noch eine sehr bemerkenswerte Untersuchung zu O2 -Wasser der Universität Heidelberg 1995. In der Abteilung für Strahlentherapie (Leitung Prof. Wannenmacher) sollten hypoxische Tumore mit Sauerstoff angereichert werden. Dies ist nach Angaben von Onkologen anstrebenswert, da sowohl Chemo- als auch Strahlentherapie bessere Therapieresultate bringen, wenn ein Tumor oxigeniert ist. Sechs Patienten mit Plattenepithelcarcinomen und nachgewiesenen hypoxischen Tumorarealen (Messtechnik war der "Goldstandard" Polarographie, mit einem pO2 -Histographen von Eppendorf). Bei 4 von diesen 6 Patienten kam es nach dem Trinken von 600ml Sauerstoffwasser (20ml O2 /Liter) zu einer "therapeutisch relevanten Erhöhung" des pO2 -Wertes im Tumor, die hypoxischen Tumorfraktionen waren signifikant erniedrigt (p=0,02). Bei 2 Patienten war nur ein leichter pO2 -Anstieg auszumachen. Diese Messergebnisse konnten dadurch bestätigt werden, dass die Studienteilnehmer den Trinkversuch mit 300ml O2 -Wasser wiederholten. Auch hier wieder ein Anstieg der pO2.
Prof. Wannenmacher ergänzte oben genannte Messungen noch durch die Aussage, dass durch Trinken von sauerstoffhaltigem Wasser "nur hypoxisches Gewebe mit O2 angereichert werden könne".
Zusammenfassende Kommentierung
Insgesamt konnten bei Recherchen zu Sauerstoffwasser beziehungsweise "peroraler Sauerstofftherapie" 17 Studien gefunden werden. Nicht eingerechnet wurden die Messungen von Prof. Pakdaman und die Anwendungsbeobachtungen im Ernährungsinstitut "Plus One", da es hierbei nicht um "Studien" handelt. Weitere gefundene Anwendungsbeobachtungen oder retrospektive Studien von Prof. Pakdaman wurden in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht berücksichtigt, da die Angaben zu ungenau waren. 9 Autoren gaben an, insgesamt 13 Studien mit wissenschaftlichen Ansprüchen durchgeführt zu haben. Unter der Vorraussetzung, die übernommenen Daten sind korrekt, wurden die Studien placebokontrolliert, doppelblind und randomisiert oder aber mit einer validen Messtechnik durchgeführt (Eble). Eine dieser Studien war eine tierexperimentelle Grundlagenarbeit (Gelman), eine erbrachte keinen Unterschied zu Placebo (Marktl). Somit bleiben 11 klinische Arbeiten, die folgende Wirkungsunterschiede zwischen Placebo zu Gunsten Sauerstoffwasser ergaben: Leistungszuwachs (Duncan, Marktl, Fernhill), Herzfrequenz- und Laktatreduktion sowie verminderte CO2 -Abgabe beim Sport (Marktl), Erhöhung der antioxidativen Kapazität (Schoenberg, Marktl), Granulozytenanstieg (der IMA bekannt), vermehrte Gewichtsabnahme (Masik) und Tinnitusbesserung (Martiny).
Die Studie zur Tumoroxygenierung erscheint deshalb besonders bemerkenswert, weil die Messtechnik reproduzierbare Ergebnisse zulässt und die Ergebnisse kontrolliert wurden. Interessant ist, dass relativ wenig O2 -Wasser konsumiert wurde und die Tumoren sich ausschließlich im Kopf/Halsbereich befanden, also fernab des Resorptionsortes.
In einer Tierexperimentellen Studie wurde gezeigt, dass Sauerstoffwasser den pO2 im Pfortaderblut erhöhen kann. Damit ist bewiesen, dass in Wasser gelöster Sauerstoff resorbiert wird. In einem anderen Tierexperiment gelang S. Gelman der Nachweis, dass durch enterale O2 -Gabe sowohl die Darmdurchblutung gesteigert wird, als auch die elektrophysiologische Aktivität im Verdauungstrakt zunimmt. Damit wird wahrscheinlich, dass nicht, wie Physiologen argumentieren, die Sauerstoffmenge für eine Wirkung von O2 -Wasser im Organismus entscheidend ist. Vielmehr legen die vorliegenden Erkenntnisse nahe, dass der Resorptionsort mit seinen Besonderheiten (z.B. O2 -Rezeptoren in den Schleimhäuten des Mundes und des Verdauungstraktes?, Immunzellen?!) und das Redoxsystem die wesentliche Rolle spielen.